Montag, 11. Oktober 2010
Surprise
Schön wie man mit den Erwartungen an eine Kosmetik-Werbung spielt, um sie dann mit einer Arschbombe zu versenken.
Freitag, 8. Oktober 2010
Grosses Kino für Bücherregale
Was Stella Artois so gut gelungen ist, nämlich ihre Marke mit grossen Geschichten in Verbindung zu bringen, zum Beispiel: "la dernière volonté", ist bei Möbelpfister Pfister mit dem Spot „Die Reise“ unserer Meinung nach nicht gut gelungen.
Der Ansatz ist vielversprechend, gut inszeniert, die Geschichte entbehrt nicht einer gewissen Emotion. Doch was hat diese Story mit Möbelregalen zu tun? Deshalb unsere Kritik:
Die Marke Pfister ist ein Fremdkörper und nicht mit der Geschichte verwoben.
Die Geschichte wirkt aufgesetzt und ist unpassend.
Die Story führt die Betrachter ins Abseits.
Die Werbung tut nichts für die Marke.
Sie wirkt selbstgefällig.
Sie hinterlässt den Betrachter mit einem Gefühl der Ratlosigkeit.
Der Ansatz ist vielversprechend, gut inszeniert, die Geschichte entbehrt nicht einer gewissen Emotion. Doch was hat diese Story mit Möbelregalen zu tun? Deshalb unsere Kritik:
Die Marke Pfister ist ein Fremdkörper und nicht mit der Geschichte verwoben.
Die Geschichte wirkt aufgesetzt und ist unpassend.
Die Story führt die Betrachter ins Abseits.
Die Werbung tut nichts für die Marke.
Sie wirkt selbstgefällig.
Sie hinterlässt den Betrachter mit einem Gefühl der Ratlosigkeit.
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Feel the power
Was für eine aussergewöhnliche Idee: Man erweitert die Kraft der Wellen, des Wassers und des Surfens um die Power einer reitenden Pferdeherde. Einfach so. Weils Spass macht. Ob der Spot sofort Sinn macht, ist egal, er lebt von seiner tollen Ästhetik. Ben Hur lässt grüssen.
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Values vs. Money
Für die Bankenwelt eine ungewöhnliche und deshalb bemerkenswerte Bildsprachen. Keine happy, beautiful people auf Segeljachten, sondern eine rauhe und emotionale Umsetzung des Themas "Verantwortung". Ob die Realität dann so aussieht sei dahingestellt.
What goes around - comes around
Robots Retirement
Bei Orange, Cablecom und vielen anderen ist es fast unmöglich mit einem Menschen zu sprechen und die Computerstimme hat nie die richtigen Antworten. Gebt uns die Menschen zurück!
The Famous Gorilla
Einer der erfolgreichsten Viral Videos Kampagnen, Millionen von Klicks auf Youtube, zeigt, dass virale Werbespots ihre eigenen Regeln haben
Old Spice - Look at me!
Wenn man der ausführenden Agentur glauben darf, wurde dieser Spot fast ausschliesslich ohne Computereffekte realisiert und in einem Take durchgefilmt. So befindet sich die Dusche am Anfang tatsächlich auf dem Boot und wird dann mit einem Kran hochgehoben. Aber wie kommt er aufs Pferd? Der zweite Spot dieser Kampagne kommt ähnlich originell daher:
Freitag, 14. Mai 2010
Das Geheimnis von Warren Buffet
Man könnte dies als Zweckoptimismus abtun, wenn es sich bei Warren Buffet nicht um den erfolgreichsten Investor aller Zeiten handeln würde, der mit sicherem Instinkt und Intelligenz seiner Vision der Zukunft folgt.
Vor seiner Tür türmen sich Berge von Problemen auf: Exportkrise, Automobilkrise, Bankenkrise, Immobilienkrise, Schuldenkrise, Konsumkrise, Einbruch der gesamten Industrieproduktion, Turbo Arbeitslosigkeit und die Prognose, dass die USA als Industriemacht bald von China und Indien abgelöst werden wird. Doch Buffet sieht etwas anderes.
Ich glaube, Buffet folgt einem ganz einfachen Prinzip. Die Art und Weise wie erfolgreich Menschen arbeiten, hängt davon ab, wie sie eine Situation wahrnehmen und einschätzen.
Buffet fasst nicht die Vergangenheit in Worte, oder seine Zweifel, oder das was sich vor seinem Büro auftürmt, sondern die Fähigkeit der Menschen, in Krisen Bestleistungen zu erbringen. Damit motiviert und mobilisiert er die Menschen um ihn herum und so werden seine Prognosen Realität.
Die beste Art und Weise die Zukunft vorauszusagen ist sie zu gestalten. Und das ist genau das was Buffet tut. Eigentlich ein einfaches Prinzip. Echt nachahmenswert.
Die Verbindung von Tradition und Zeitgeist

Dass eine Verknuepfung zwischen Erbe und Zeitgeist wie Musik sein kann, etwas Magisches, ist in der Welt des Geldes am Offensichtlichsten. Die Vergangenheit, das Erbe kann in Franken und Dollar beziffert werden. Eine Louis Vuitton Tasche, die im Laden 3000 Dollar kostet, bringt dem Unternehmen 1500 Reingewinn. Hier findet eine wundersame Verwandlung von Geschichte in Dollars statt.
Ich denke aber auch an die Uhrenmarke Patek Philippe, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft optimal vereinigt, an Lindt Schokolade mit ihrem historischen Maître Chocolatier und den neuen exotischen Aromen oder an das vegetarischen Restaurants Hiltl , welches man früher noch Wurzelbunker genannt hat und über das ihr Chef Rolf Hiltl heute sagt: wir haben die hippsten Frauen bei uns und über 30 Vodkadrinks im Sortiment.
Wer dagegen einseitig auf den Zeitgeist setzt, gehört zu den Verlierern, zum Beispiel Nestle mit der schiefgelaufenen Neupositionierung von Cailler im Jahre 2006 und viele Grossbanken, die ihre Werte über Bord geworfen und ihre Zukunft mit der Karte des Zeitgeistes verspekuliert haben.
Wir werden in eine Kultur hineingeboren mit klaren Wertevorstellungen, über Jahrhunderte geprägt und von Generation zu Generation weitergegeben. Die humanistische Tradition der Schweiz zum Beispiel. Ein Sinn für Gastfreundschaft, der sich durch das wilde Transitlandschweiz mit ihren Hospitzen gebildet hat und die Fähigkeit kreativ mit der Tatsache umzugehen, dass wir über keine natürlichen Ressourcen verfügen. Aus den Hospitzen hat sich eine moderne zukunftgerichtete Hotelbranche entwickelt. Aus kleinen Uhrenwerkstätten, moderne Manufakturen mit Milliarden Umsätzen.
Wir sprechen häufig vom Röstigraben. Aber es gibt aber noch einen zweiten Graben, einer der weniger sichtbar ist, aber deswegen nicht weniger existent ist; der Graben zwischen Geschichte und Zeitgeist. Diesen gilt es zu schliessen.
Die beste Business Idea in der Geschichte der Menschheit
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem meiner Freunde - Maximo, dem besten Networker, den man sich vorstellen kann. Es gelingt ihm mit Leichtigkeit Hunderte von Leuten zusammenzubringen. Er hat ein phänomenales Namensgedächtnis und es gelingt ihm immer und jederzeit mit jedem CEO telefonisch verbunden zu werden, auch wenn ihn der CEO nicht kennt.
Man müsste nun glauben, dass einer solchen Person die Welt offen steht, dass Alles und Jedes möglich ist. Doch weit gefehlt, ohne Idee ist Networking ein hohles Gefäss. Was es braucht sind Ideen. Business building ideas. Die beste business building idea in der Geschichte der Menschheit hatte ein erfinderischer Geist im 12. Jahrhundert. Er hat eine eigentlich Geldgenerierungsmaschine erfunden - mit dem Ablasshandel.
Man muss sich das vorstellen, in einer Welt, die von Angst vor der Hölle und der ewigen Verdammnis geprägt ist kommt die Kirche mit der frohen Botschaft, dass für ein paar Tausender alle schlechten Gedanken, alle bösen Taten, jeder Seitensprung, Mord und Totschlag vergeben sind und für ein paar weitere Tausender ergattert man sich ein Plätzchen auf einem schönen Wölkchen mit Aussicht. Auf so eine Idee muss mal jemand kommen.
Die zweitbeste Business Building Idee stammt von ML, 34, aus Wittenberg. Seine Idee lautet, dass man in den Himmel kommt, ohne dass man dafür bezahlen muss. Quasi gratis, nicht ganz unähnlich dem Gratisinternet, im Gegensatz zur bezahlten Information, wie zB. der Tageszeitung oder den TV- und Radiogebühren.
Die Idee war so wirksam, dass die Leute bereit waren, aus ihrem Verein auszutreten, wo sie bisher für den Eintritt ins Paradies zahlen, leiden oder arbeiten mussten und in Scharen zu ML übergelaufen sind. Man kann von einem eigentlichen Tipping Point sprechen. Noch heute, 500 Jahre nach ihrer Erfindung, hat die Idee einen Marktanteil von mehr als 40% .
Es gibt Ähnlichkeiten zwischen der BBI der Katholiken dem Ablasshandel und der von ML. Beide brauchen kaum Investitionen, keine Fabriken, keine Rohstoffe, und beide haben tief Logistikkosten. Alles was es braucht ist ein hohes Werbebudget, Events, Veranstaltungen und one-to-one Marketing.
Anyone can cook

Damit verführt der Star-Koch Auguste Gusteau im Pixar Film „Ratatouille“ einfache Bürger zum stilvollen Kochen. Für den Gastrokritiker Anton Ego ist Gusteau allerdings ein Scharlatan, ein Populist und Verräter an der Kochelite. Mit spitzer Feder zerstört er erst Gusteau’s Ruf und dann sein Leben. Gusteau’s Begeisterung ist dem freudlosen Asketen Anton Ego ein Dorn im Auge. Doch ausgerechnet die Ratte Rémy fühlt sich von Gusteau’s Aufforderung angezogen und kocht. Göttlich.
Anyone can cook ist ein Wake-up Call für all diejenigen, die ihr Talente haben verkümmern lassen, weil sie sich von einem „Anton Ego“ haben kastrieren lassen, sich nichts mehr zutrauen und schlussendlich zu passiven „20 Minuten“- lesenden Couch Potatoes verkümmern, zu Statisten und Apparatschiks in ihrem eigenen Leben.
Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle zum Beispiel hat mit anscheinend chancenlosen Losern aus den Ghettos von Berlin eine Musik- Tanzperformance geschaffen dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Siehe Film „Rhythm is it“.
Oder meine Freundin Vahaira, die in den Slums von New York mit jugendlichen Dropouts Theater macht, so gut, dass es einem kalt den Rücken hinunter läuft. Anyone can cook.
Wie viele Leute habe ich in Werbeagenturen kennengelernt, die einmal mit Begeisterung geschrieben haben, gelesen, gemalt, ein Musik Instrument gespielt haben und dann einem Anton Ego begegnet sind, der ihnen die Cojones abgeschnitten hat. Wie vielen Leuten hat man die Freude an der Arbeit genommen, weil man ihre Kreativität und ihren Ausdruck hat verkümmern lassen. Und sie haben das zugelassen. Da kann ich nur sagen, erobern wir den Raum zurück. Anyone can cook.
Abonnieren
Kommentare (Atom)

